Vorweg sei gesagt: ich bin ein großer Bewunderer von Haifischen. Ich habe mich nicht auf eine spezielle Unterart fixiert – diese ganze Spezies fasziniert mich. Wenn es nicht am nötigen Schotter fehlen würde, gäbe es kein schöneres Erlebnis für mich, als mal mit Haien zu tauchen. Ich habe mich auch schon einmal darüber informiert, was das ganze so kosten wird, und wie das ganze so abläuft. Aber wie gesagt, ich hab leider keinen Geldscheißer, ergo – sparen oder aufs nächste Leben warten. Aber fragt meine Frau – wenn irgendwo im Fernsehen eine Dokumentation über Haie läuft: Ich bin dran.

Ich war schon an einigen Orten der Welt, die nahe am Meer liegen, wobei nicht überall wirklich in unmittelbarer Nähe Haie gesichtet wurden. Doch aus Erzählungen meiner Frau weiß ich, dass es in der kroatischen Adria sehrwohl Haie gibt. Und da es für mich schon lange mal interessant war, vielleicht eine Halskette mit einem Haifischzahn um den Hals zu tragen, dachte ich mir, eigentlich müsste da unten ja sowas zu kriegen sein.

In der Stadt Rab auf der Insel Rab gibt es jedes Jahr ein Fest zu Ehren des Schutzpatrones der Insel, des hl. Christophorus. Ein dreitätiges Riesenspektakel mit allerhand mittelalterlichem Klimbim wie Armbrust- und Kanonenschießen, dem mittelalterlichen Aufzug der Stadtbewohner, die dich mit typisch mittelalterlichen Gebräuchen und Leckereien erfreuen, die sie dort verkaufen. Ich habe ja auch eine Schwäche für das Mittelalter, also gibt es für mich nichts schöneres als “Rabska Fjiera”.

Auf den vielen Marktständen findet man auch sehr viele Schmuckstücke und Krimskrams, der aus den Schätzen des Meeres gefertigt wurde: Ketten aus Muscheln, dekorative Korallen, die in Emaille eingefangen wurden, und unter anderem sogar getrocknete Katzenhaie. Aber, was man nicht findet, auf keinem Stand, sind Ketten mit Haizähnen. Das hat mich natürlich schon etwas nachdenklich gestimmt, und ich habe sogar mit dem Gedanken gespielt, mir so einen Dörrhai um dem Hals zu binden. Wäre aber wahrscheinlich etwas negativ aufgefallen. Na gut, dann halt wieder beutelos nach Hause fahren.

Wieder zu Hause in Österreich ist es natürlich um die Adventszeit in allen größeren Städten üblich, einen großen Adventmarkt zu veranstalten. Bei uns in der Steiermark ist der nächste größere in Graz. Im gesamten Altstadtbereich duftet es nach Keksen, Apfel-Zimt-Duftkerzen, Nadelbäumen, Glühwein und … Erbrochenem … von den Adventmarktbesuchern, die letztgenanntes Getränk in zu hohen Maßen zu sich genommen haben. Aber über sowas sieht man zu dieser Zeit hinweg, nicht wahr? Weihnachten ist doch die Zeit des Verzeihens und der stillen Zusammenkunft.

Als meine Frau und ich mit meinen Schwiegereltern so durch die Altstadt spazierten, kamen wir unter anderem auch am Tummelplatz vorbei, an dessen Ende sich so ein kleiner “Heile-Welt”-Laden befindet, der allerhand selbst angefertigte (oder auch importierte) Gegenstände aus aller Herren Länder verkauft. Als wir uns an diesem Stand umsahen, fiel mir plötzlich etwas ins Auge, was mich fast aus den Socken katapultierte. Da hing, ganz ungeniert, eine Kette, mit einem Haizahn. Ich denke, ich brauche nicht zu erwähnen, dass ich sie, während ich das hier schreibe, um den Hals trage.

Was mich allerdings schon etwas wundert ist die Tatsache, dass in Ländern, die nahe oder direkt am Meer liegen keine solche Kette findet – nein. Dazu muss man doch wirklich am 22. Dezember nach Graz zum Adventmarkt fahren. Dabei gibt es schon seit mehreren Jahren keine Haifische mehr in den steirischen Bergseen…