Ich habe mir lange Zeit eine Möglichkeit gewünscht, wie ich meine geistigen Ergüsse und Gedanken, die mich den ganzen Tag über so plagen, festhalten kann, ohne auf einen Stift zurückgreifen zu müssen. Immerhin sind hin und wieder doch erwähnenswerte Punkte dabei, die ich dann immer wieder revuepassieren lasse. Auch ist es nicht schlecht, wenn man Erinnerungen niederschreiben kann, um immer wieder in ihnen schwelgen zu können. Ein Home-Video als Homepage eben.

Ich kann mir zwar nur schwer vorstellen, eines Abends in meinen Vierzigern mal mit dem Laptop am Schoß  mit einem Glas Whiskey in der Hand vor dem Kamin zu sitzen und vor mich hin zu heulen, während ich die von mir in diesem Blog erfassten Artikel und Geschichten lese. Jedoch ist es nicht so mühsam, wie ein Tagebuch und trotzdem auch eine Aufgabe.

Aufgabe. Dieses Wort ist vielleicht etwas falsch gewählt, da ich in meinem Leben genug verschiedene Aufgaben und Verantwortungsgebiete habe. Bestimmung? Klingt auch nicht stimmig – das würde ja bedeuten, dass meine Eltern von Propheten dazu getrieben wurden, mich zu zeugen – nur damit die Welt um ein Blog reicher ist, das wahrscheinlich ohnehin niemand liest außer meiner Familie und dem engsten Freundes- und Kollegenkreis.

Also, was tu ich dann hier eigentlich? Ich weiss es nicht so genau. Ich habe mir eigentlich zur Aufgabe gemacht, jeden Tag einen Eintrag zu schreiben, wobei ich mich hier eher auf Tagesthemen des öffentlichen Lebens und meine Sichtweise zu diesen beschränken wollte. Natürlich sollte es auch etwas werden, das Familienanekdoten festhält – was es ja auch wird. Aber ich höre immer wieder, dass die Dinge, die ich so erlebe und dann meinen Freunden (oder wem auch immer) erzähle, teilweise ein Buch wert sind. Gut, dann mach ich das eben. Mal sehen, wie lange ich es aushalte.